Trauma und Traumatherapie

Ein traumatisches Erlebnis ist immer sehr einschneidend und bedeutet eine Zäsur, die unser Leben in ein Vorher und ein Nachher teilt. Es erschüttert uns, führt uns an die Grenzen unserer Belastbarkeit und kann verschiedenste Symptome (u.a. Unruhe, Anspannung, verminderte Konzentrations- und Merkfähigkeit, Angst und Panikzustände, Alpträume, das Gefühl, nicht im eigenen  Körper zu sein) hervorrufen. Diese Symptome sind normale Reaktionen auf ein nicht-alltägliches Ereignis. Und sie sind heilbar.
Viele Menschen erleben auch wiederholte Traumatisierungen, z.B. körperliche, sexuelle oder psychische Gewalt in der Kindheit; diese chronischen Traumatisierungen hinterlassen häufig vielfältige, komplexe Folgen. Oftmals sind sie lange Zeit nicht erinnerbar und treten erst durch ein bestimmtes Ereignis oder in einer bestimmten Lebensphase wieder ins Bewusstsein. Dann wirken sie zumeist sehr erschütternd und stellen das bisherige Leben auf den Kopf.

Im Rahmen einer Traumatherapie lassen sich mit Hilfe von speziellen traumaspezifischen Methoden traumatische Erfahrungen verarbeiten.
Das Erlebte verliert an Belastung, seine Folgen werden vermindert bzw. gelöst und Heilung kann statt finden.

Im Anschluß an eine ausführliche Anamnese und Aufklärung über sinnvoll erscheinende therapeutische Schritte und Techniken gilt es vorerst die Aufmerksamkeit auf Ressourcen zu lenken; d.h. auf all das, was Ihnen Sicherheit, Schutz, Kraft, Freude, einen freien Kopf, ein Loslassen, oder Entspannung ermöglicht, oder auch ein Ventil für Spannungen und Aggressionen sein kann. Diese Ressourcen stellen ein wesentliches Gegengewicht zu den belastenden Erlebnissen, Erinnerungen, Gefühlen und körperlichen Zuständen dar. Bestehende Ressourcen lassen sich auch durch neue erweitern und ergänzen. Diese können z.B. stärkende innere Bilder und Atem- oder Körperübungen sein.
Oft geht es auch darum, Möglichkeiten (Techniken) zu finden, um mit sich aufdrängenden Erinnerungen und Gedanken sowie starken, unkontrollierbaren Gefühlen eher oder besser umgehen zu lernen.
Wenn Sie (wieder) eine ausreichende psychische Stabiltät gefunden haben und Sie sich bereit dazu fühlen, können in einem weiteren Schritt die traumatischen Erfahrungen mit trauamspezifischen Techniken (z.B. EMDR) bearbeitet werden.
Je nach Art und Dauer oder Häufigkeit der Traumatisierung kann dies mitunter nur eine Sitzung, zumeist jedoch einige und oftmals auch eine Reihe von Sitzungen benötigen.
Diese sind eingebettet in Gespräche, in den natürlich auch alle anderen Themen, die Sie besprechen möchten, Platz haben und in denen je nach Notwendigkeit auch immer wieder Ressourcen bekräftigt oder erweitert werden.